SULM – Schweizerische Union für Labormedizin | Union Suisse de Médecine de Laboratoire | Swiss Union of Laboratory Medicine

Aktuelle Ausgabe | Numéro actuel

Nr. 06/2017 Onkologie | Oncologie

Inhaltsverzeichnis | Sommaire

Editorial
Andreas Huber
Labor und Onkologie | Analyses de laboratoire et oncologie (pdf)
Die Diagnostik und Behandlung von Krebs hat in den letzten Jahren dank molekularer Laborerkenntnisse grosse Fortschritte gemacht. So hilft das Labor mit sogenannter Companion Diagnostics, den Subtypus der vorwiegend malignen Erkrankungen besser zu charakterisieren, was in der Folge eine spezifische, auf den Tumor zugeschnittene Therapie erlaubt. Unzählige «-mib» und «-mab» sind entwickelt worden und stehen teils im Routineeinsatz, teils noch in Testung mittels klinischer Studien. Im besten und angestrebten Fall erlauben diese Therapien mehrjähriges Überleben mit wenig Nebenwirkungen und kaum Einschränkungen im täglichen Leben. Doch diese Therapien sind kostspielig, und bei hohen Kosten kommen Bedenken seitens der regulierenden Behörden auf. Diese verlangen bessere Studien mit überzeugender Evidenz. Auf der anderen Seite beklagen sich die pharmazeutischen Firmen über die schleppenden Zulassungen und entsprechenden Verzögerungen. Auch das Thema «Liquid Biopsies» ist gegenwärtig in aller Munde…

Theme
Martin Hergersberg
Companion Diagnostics in der Tumortherapie | Le diagnostic compagnon dans le traitement des tumeurs (pdf)
Die Labormedizin dient dem Ziel, dem/der richtigen PatientIn zur richtigen Zeit die richtige Behandlung zu geben. In der Companion-(Begleit-)Diagnostik wird im Prinzip die Indikation für eine bestimmte Therapie durch die Bestimmung des begleitenden Biomarkers gestellt. Durch einige relativ erfolgreiche Beispiele (unter anderem Glivec/CML, Rituximab/Non-Hodkin-Lymphome), sowie durch die Analyse zehntausender Genome verschiedener Tumoren ist die Hoffnung verstärkt worden, dass bei zahlreichen Tumoren entsprechende Biomarker-Therapie-Kombinationen entwickelt werden könnten. Diese Projekte erfordern zunehmend komplexe klinische Studien-Protokolle. Wieweit sich die Vision einer personalisierteren und kostengünstigeren Krebsmedizin umsetzen lässt ist noch offen.


Martin Hergersberg
Referenzen | Références (pdf)

Theme
Massimo Bongiovanni, Roland Sahli
Dépistage du cancer du col de l’utérus et diagnostic des infections à papillomavirus | Präventions- und Diagnosestrategien bei Papillomvirusinfektionen (pdf)
Man unterscheidet über 200 Genotypen des humanen Papillomvirus (HPV). Davon kann etwa ein Dutzend direkt an der Entstehung von Gebärmutterhalskrebs beteiligt sein, in unterschiedlicher Häufigkeit aber auch an Krebserkrankungen der Vulva, der Vagina, des Anus, des Mund- und Rachenraumes und der Bindehaut. Die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs ist ein langfristiger Prozess, deshalb kann er durch einen zytologischen Abstrich (Papanicolaou-Abstrich, auch Pap- Test) frühzeitig erkannt werden. Durch den Einsatz von HPV-Molekulartests verbesserte sich die Sensitivität der Früherkennung. Sie dienen derzeit dazu, Patientinnen mit atypischer Zytologie (ASCUS) und Hochrisikogenotypen zu identifizieren. Bei diesen Patientinnen sollte eine kolposkopische Untersuchung erfolgen. HPV-Tests, mit Hilfe deren die Genotypen festgestellt werden können, werden in der Epidemiologie und in der Klinik zur Tumorcharakterisierung und Bewertung des Rezidivrisikos nach der Behandlung eingesetzt…


Massimo Bongiovanni, Roland Sahli
Referenzen | Références (pdf)

Theme
Ursula Amstutz, Tobias Grob, Carlo Largiadèr, Erik Vassella
Liquid Biopsy: Tumorgenetik in Körperflüssigkeiten | Biopsie liquide: génétique tumorale dans les fluides corporels (pdf)
Die genetische Charakterisierung von Tumoren ermöglichte die Entwicklung von Therapien, die spezifisch auf molekulare Veränderungen im malignen Gewebe abgestimmt sind. Diese gezielten Krebstherapien sind dadurch häufig nur in Tumoren mit bestimmten molekularen Eigenschaften wirksam und haben die genetische Untersuchung von Tumoren zu einem wichtigen Bestandteil der Diagnostik gemacht…


Ursula Amstutz, Tobias Grob, Carlo Largiadèr, Erik Vassella
Referenzen | Références (pdf)

Theme
Emanuel Stutz, Emsad Puric, Olaf Timm, Dietmar Marder, Niloy R. Datta, Stephan Bodis
Hyperthermie in der Krebsbehandlung | L’hyperthermie dans le traitement du cancer (pdf)
Die Hyperthermie (HT) ist möglicherweise die älteste Form der Krebsbehandlung. Sie wurde erstmals 5000 v. Chr. in Überlieferungen der Ägypter [1] erwähnt. Anfang des 19. Jahrhunderts bemerkte man, dass es bei Sarkomen bei hohem Fieber zu Tumorregressionen kam. Fieber wurde darauf mit der Inokulation von Streptococcus pyogenes in den Tumor erzeugt, wobei es teilweise zu Remissionen von Sarkomen kam [2]…


Emanuel Stutz, Emsad Puric, Olaf Timm, Dietmar Marder, Niloy R. Datta, Stephan Bodis
Referenzen | Références (pdf)

Theme
Maciej Kwiatkowski, Stephen Wyler, Franz Recker, Andreas Huber, Rainer Grobholz
Auf dem Weg zum individuellen, risikoadaptierten PSA-Screening | Dépistage par dosage du PSA individualisé et adapté en fonction du risque (pdf)
In den letzten Jahren wurde kein Thema in der Prostatakrebsvorsorge so kontrovers diskutiert wie das des PSA-Screenings. Die Validität des PSA-Screenings wurde insbesondere durch den Prostate, Lung, Colorectal and Ovarian Cancer Screening Trial (PLCO) angezweifelt. Dies im Gegensatz zur grössten PSA-Screeningstudie (ERSPC), welche die prostatakarzinomspezifische Mortalitätsreduktion hochsignifikant nachweisen konnte. Die kürzlich publizierte gemeinsame Analyse mit den Rohdaten der beiden Studien konnte jetzt nachweisen, dass Screenings in beiden Studiensettings zu einer Mortalit.tsreduktion zwischen 25% und 32% führen. Mit einer verfeinerten statistischen Auswertung erkl.rt diese Studie das diskrepante Ergebnis, erlaubt besseres Verst.ndnis der Unterschiede zwischen den beiden Studien und kann den Effekt des PSA-Screenings pr.ziser kalkulieren…


Maciej Kwiatkowski, Stephen Wyler, Franz Recker, Andreas Huber, Rainer Grobholz
Referenzen | Références (pdf)

News
Angelika Bischof, Nick Wenger
Cyber-Risiken im Bereich der Laboratorien (pdf)
Die zunehmende Digitalisierung von Informationen und die steigende Vernetzung von Systemen machen auch vor den Laboren nicht Halt. Eine Welt ohne Zugang zu elektronisch verfügbaren Informationsplattformen oder ohne die Möglichkeit, rund um die Uhr Informationen und Daten auszutauschen, ist kaum mehr vorstellbar. Mit der steigenden Komplexität erhöhen sich die Risiken gegenüber Beeinträchtigungen und Manipulationen von Systemen, Geräten und Daten, die im Laborbereich verwendet werden. Es ist essentiell, dass sich die Labor-Mitarbeitenden aller Stufen und Bereiche der Risiken, die sich aus der Nutzung dieser Technologien ergeben, bewusst sind.

Christian Schaerer, Eric Grueter
Mikrobiologische Laboratorien – Bewilligungserteilung und Kontrolle durch Swissmedic (pdf)
Mit dem Inkrafttreten des revidierten Epidemiengesetzes unterliegen seit dem 1. Januar 2016 mikrobiologische Laboratorien der Bewilligungspflicht und Überwachung von Swissmedic. Bis Ende Mai 2017 erteilte Swissmedic 62 Betriebsbewilligungen an mikrobiologische Laboratorien. Dabei handelt es sich hauptsächlich um Laboratorien, welche nach bisherigem Recht schon über eine Anerkennung des BAG (Diagnostik) oder über eine Bewilligung von Swissmedic (Transfusion bzw. Transplantation) verfügten. In die Bewilligungspflicht sind neu auch Laboratorien eingeschlossen, die in gewissen Situationen Umweltproben untersuchen. Ende Mai 2017 waren 126 Betriebe bewilligt oder verfügten noch über Anerkennungen oder Bewilligungen nach altem Recht, die bis zu deren Ablauf gültig sind. Die Bewilligungspflicht gilt auch für Spitallaboratorien Typ B…

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